Antworten auf häufig gestellte Fragen

Die Lese-Rechtschreib-Methode (LRM)

„Wie speicherst du Wörter in deinem Kopf?“ 

„Wie speichern die Kinder, die locker und leicht fehlerfrei Lesen und Schreiben Wörter im Kopf?“ 

Dies sind die ersten Frage an das Grundschulkind, um es darauf einzustimmen, einen bewussten Zugang zu seinen Denk- und Lernstrategien, die es beim Lesen und Schreiben nutzt, zu bekommen. Die typische Antwort ist meist ein verdutzter Blick und: „Nee, keine Ahnung, hab ich in der Schule nicht gelernt.“

Mithilfe der Unterrichtsmethode „Gehirn-Forscher-Spiel“ erforscht das Grundschulkind über intelligente Fragen und Selbstreflexion, wie die Menschen, die leicht und locker fehlerfrei lesen und schreiben, ihr Denken dafür nutzen. Es erkennt, dass es diese effektive Denk- und Lernstrategie ebenso besitzt, und lernt, sie erfolgreich für das Lesen und Schreiben anzuwenden. Jedes schulreife Kind hat diese Fähigkeiten.

Nur wenige Grundschulen vermitteln jedoch ihren Schülern und Schülerinnen die Fähigkeit, bewusst zu erkennen, wie sie ihr Denken effektiv für fehlerfreies Lesen und Schreiben nutzen können. So bleiben weiter die Schüler, die intuitiv und unbewusst eine effiziente Denkstrategie für das fehlerfreie Lesen und Schreiben nutzen, die „guten“ Schüler – und diejenigen, die unbewusst eine ineffektive Lernstrategie nutzen und so fehlerhaft lesen und schreiben, die „dummen“.

Wann verbessert sich das Lesen und Schreiben

Von Lese-Rechtschreib-Störung betroffene Schüler und Schülerinnen benötigen in der Regel maximal zehn Einzelförderungen, um sich die Lernstrategie der Menschen mit fehlerfreiem Lesen und Schreiben anzueignen. Wendet das Schulkind dies dann konsequent beim Lernen zu Hause, in der Schule und bei den Hausaufgaben an, um alle neu erlernten Wörter, grammatikalischen Regeln und Unterrichtsstoff so mental abzuspeichern, stellen sich in der Regel innerhalb von acht bis zwölf Wochen kontinuierlich eine sichere Rechtschreibung und ein flüssiges, fehlerfreies Lesen ein.

Auch Kinder, denen mit anderen Therapieformen nicht geholfen werden konnte oder denen eine vermeintlich unheilbare LRS/Legasthenie bescheinigt wurde, finden so zur sicheren Rechtschreibung und zu flüssigem und fehlerfreiem Lesen, vorausgesetzt, die praktische Anleitung wird exakt und konsequent angewendet. 

Eltern, Erziehungsberechtigte und Lernbegleiter können aktiv in die Einzelforderungen einbezogen werden. Sie erhalten praktische Anleitungen, um die Förderung zu Hause selbstständig weiterzuführen und erfolgreich abzuschließen. Diese praktischen Anleitungen sind auch in diesem Selbsthilfe-Ratgeber enthalten.

 

Zuvor fehlerhaft gelernter Wortschatz

Alle Lernwörter/Vokabeln, grammatikalischen Regeln usw., die in der Schule vermittelt wurden, bevor das Kind den neuen Lernstils erfolgreich anzuwenden gelernt hat, und die es daher fehlerhaft in seinem Denken abgespeichert hat, müssen noch einmal überarbeitet werden! Diese Fleißarbeit des Kindes ist in der Regel nicht Teil der Einzelförderung, sondern wird vom Kind zu Hause eigenständig oder mit Unterstützung der Eltern oder des Lernbegleiters erbracht. Therapeuten, die das Kind in ihren Einzelsitzungen bei dieser Überarbeitung begleiten, benötigen entsprechend weitere Lerneinheiten.

Einfluss familiärer oder sonstige Widrigkeiten

Diese können sich sehr nachteilig auf die schulischen Leistungen auswirken, sind jedoch nicht Ursache für eine LRS/Legasthenie. Es gibt auch viele Kinder mit sicherer Rechtschreibung und fehlerfreiem Lesen, die mit familiären oder sonstigen Widrigkeiten konfrontiert sind. Die Erfahrung, dass allein die Verbesserung des Lernumfelds automatisch zu einer wesentlichen Verbesserung im Lesen und Schreiben führt, habe ich bisher nicht gemacht. Die Nutzung eines effektiven Lernstils kombiniert mit einer Verbesserung des familiären und sozialen Lernumfelds führt nach meinen Erfahrungen zu schnellen und anhaltenden Erfolgen.

 

Unterrichtsmethode  die Lese-Rechtschreib-Störung erzeugt

Schüler und Schülerinnen, die in der Schule Probleme beim Erlernen des Lesens und Schreibens entwickeln, obwohl sie konzentriert, motiviert und willig sind, nutzen unbewusst eine Denkstrategie, die für das fehlerfreie Lesen und Schreiben der im Unterricht vermittelten Wörter und Texte ungeeignet ist.

Die Unterrichtsmethode „Lesen durch Schreiben“ als auch das Lesen lernen mit der Anlauttabelle die Kinder dazu anhält, Wörter so schreiben, wie sie diese aussprechen, provoziert nachweislich eine Lese-Rechtschreib-Störung bei den so unterrichteten Schülern und Schülerinnen. Denn Schriftbild und Lautklang unterscheiden sich sowohl im Deutschen als auch im Englischen und Französischen. 

Die Schulkinder, die trotz phonetischer Unterrichtsmethode gut lesen und schreiben lernen, nutzen weiterhin ihre primär visuelle Lernstrategie. Sie lassen sich dabei nicht durch phonetische Unterrichtsmethoden beirren. Sie entwickeln eine Lese-Rechtschreib-Störung, wenn ihnen das Lesen und Schreiben mit phonetischen Unterrichtsmethoden beigebracht wird und sie sich in ihrer visuellen Lernstrategie irritieren lassen. Sie beginnen dann Wörter phonetisch abzuspeichern und zu verschriftlichen. Dies führt zu Fehlern.

Eine Unterrichtsmethode zur Schriftsprachvermittlung, mit der nicht jedes schulreife Kind sicher lesen und schreiben lernen, ist ein Nachweis, dass keine effektive Unterrichtsmethode genutzt wird. Nur wenn alle Schüler und Schülerinnen gut lesen und schreiben lernen, wird eine effektive Unterrichtsmethode genutzt. Die von mir entwickelte Lese-Rechtschreib-Methode zählt zu diesen effektiven Unterrichtsmethoden, wie sich in den letzten Jahrzehnten immer wieder eindrücklich gezeigt hat.

Lese-Rechtschreib-Störung kein Defizit des Kindes

NEIN! Ich halte nichts davon, LRS oder Legasthenie als Krankheit oder erbliche Veranlagung zu klassifizieren. Der unselige Trend vorwiegend krankheitsorientiert zu argumentieren und zu therapieren, hat zur Folge, dass Kindern, die mit der Vermittlung des Lesens und Schreibens im bestehenden Schulsystem nicht zurechtkommen, ständig neue Krankheiten zugeordnet werden. Im Jahr 1999 wurde unter großem Medienecho ein Chromosom Nr. 15 (C15) identifiziert, das für eine „genetisch veranlagte Legasthenie“ verantwortlich sein soll. Nach dieser Lehre gebe es für Betroffene, bei denen C15 nachgewiesen werde, so gut wie keine Heilungschancen. LRS-Kinder werden so vor allem für die Eltern und Lehrkräfte zu hoffnungslosen Fällen abgestempelt. Dementsprechend herrscht weitgehend die falsche Vorstellung, Rechtschreibprobleme seien, wenn überhaupt, nur in langwieriger Therapie zu beheben.

Die Nicolay-Rechtschreib-Methode hat in langjähriger Praxis und mit mittlerweile Tausenden Kindern bewiesen, dass dies nicht der Fall ist. Dies bestätigen Hunderte von Eltern und Lehrkräfte. In meiner jahrzehntelangen Tätigkeit in Schulklassen und Einzelsitzungen habe ich erfahren, dass jedes schulreife Kind fähig ist, die Rechtschreibung des Lernwortschatzes und die Grammatik so zu erlernen, dass es schriftliche Abfragen (Diktate) mit der Note zwei absolviert und flüssig und fehlerfrei liest.

Funktioniert die Methode bei Fremdsprachen

      Ja, bei allen Fremdsprachen. 

Können Erwachsene die Methode erfolgreich anwenden

Ja, dauert jedoch meist länger als bei Schulkindern.